Wurmfutter

Veronika Bond Edaphon

“In einem gesunden Boden gibt es zwar viel Totes, doch er ist auch voller Leben:  Würmer, Pilze, Mikroorganismen aller Art.”Wendell Berry

Regenwürmer sind die wichtigsten Erzeuger des Bodens. Charles Darwin und andere Experten nannten sie ‘Architekten des Bodens’.

Der Mangel an Regenwürmern in portugiesischen Böden ist wirklich besorgniserregend. Aber wir können sie zurückbringen, indem wir eine Umgebung schaffen, die für sie attraktiv ist.

Und was ist attraktiver als Essen?

Regenwürmer brauchen pflanzliche Stoffe in großen Mengen, verrottende Pflanzen, einschließlich toter Wurzeln. Und sie fressen viel.

Jemand hat ausgerechnet, dass 120 Würmer pro Quadratmeter, auf einem Hektar Land, eine Menge an Pflanzennahrung fressen können, die 6 Tonnen Stroh entspricht. Als Gegenleistung produzieren sie eine ca. 1 cm dicke Humusschicht.

Regenwürmer fressen nicht nur verwesende Pflanzenreste, auch bestimmte Bodenpilze mögen sie gerne. Anscheinend sind sie besonders an Pilzen interessiert, die für unsere Nahrungspflanzen schädlich sein könnten (z.B. Kartoffeln, Karotten, Mais). Das heißt, sie schützen unser Gemüse davor, dass es im Boden verrottet.

Auch Obstbäume schützen sie vor Krankheiten, indem sie den Boden säubern. Das heißt, Regenwürmer sind nicht nur Bodenerzeuger, sie sorgen auch sehr wirksam dafür, dass unsere Böden gesund bleiben. Daher ist die Pflege unserer wertvollen Bodenbevölkerung ausgesprochen wichtig.

Abgesehen von verwesenden pflanzliche Stoffen sind auf der Speisekarte der Regenwürmer auch tierische Stoffe sehr beliebt, z.B. der Mist von Pferden, Kühen, Hühnern, Enten und Kaninchen. Doch ganz frischen Mist können sie nicht vertragen. Der hohe Stickstoffgehalt würde ihre empfindliche Haut verletzen.

Wenn der Mist aber für eine Weile auf der Erde liegt und sich zersetzt, dann finden Würmer ganz von alleine ihren Weg dahin, und zwar genau dann, wenn die Nahrungsquelle für sie die richtige ‘Reife’ erlangt hat.

Regenwürmer lieben auch Kaffeesatz und gemahlene Eierschalen. Diese können entweder mit anderen Stoffen im Kompostbehälter gemischt oder direkt ins Gemüsebeet gestreut werden.

Gründüngung ist eine weitere gute Nahrungsquelle für Regenwürmer. Grüne Pflanzennahrung scheint die Erzeugung von Wurmeiern anzuregen. Dadurch wächst die Wurmbevölkerung, und es wird mehr von dem kostbaren Wurmhumus produziert.

Wenn man keine Würmer im Boden sieht, dann bedeutet das nicht unbedingt, dass es an dem Ort überhaupt keine Würmer gibt. Die ‘Architekten des Bodens’ können manchmal bis zu 5 Meter tief in der Erde leben. Wenn man ihnen gute Nahrungsquellen anbietet, dann finden Regenwürmer irgendwie ihren Weg dorthin.

 

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