Kompost: Brutstätte für neues Leben (4/5)

Veronika Bond Humus

photo: Will Cornfield

“Da ist plötzlich ein unmittelbarer und tief innerlicher Zusammenhang aufgetan zwischen Mensch und dem Bau des Bodens.”Raoul Francé

4 — Komposition des Komposts

Einen Komposthaufen kann man sehr unterschiedlich aufsetzen. Hier sind zwei relativ einfache Vorschläge:

A – Wenn du genügend Material hast und den Kompost schnell aufsetzen kannst, dann ist es am besten, ‘braunes Material’ (mehr kohlenstoffhaltig) abwechselnd mit ‘grünem Material’ (mehr stickstoffhaltig) aufzuschichten  (etwa 10 cm pro Schicht). Zusätzlich kann man  Mist von Tieren, falls vorhanden, zwischen die Schichten geben und etwas Gartenerde darüber streuen (damit es nicht stinkt). Biomüll aus der Küche kann man ebenfalls zwischen die Schichten einmischen. Bei trockenem Wetter ist es gut, die Schichten mit etwas Wasser zu besprengen.

‘Braune Schichten’ aus Zweigen und klein gehackten Ästen unterstützen die Sauerstoffversorgung im Komposthaufen. Als letzte Schicht der Komposition eignet sich etwas Gartenerde besonders gut. Diese kann man noch mit Mulch oder alten Jutesäcken abdecken, um den Kompost vor dem Austrocknen zu schützen.

B – Wenn ich einen Kompost über einen längeren Zeitraum aufsetze, fange ich mit einer Schicht aus Zweigen und klein gehackten Ästen an (z.B. Obstbaumschnitt), dann pflücke ich einen oder zwei Eimer voll Grünpflanzen (Brennnesseln, Vogelmiere, Beinwell, Wegerich, Löwenzahn oder andere Wildkräuter) und verteile diese über die holzige Schicht.

Wenn ich Pferdemist habe, kommt davon eine Schicht obendrauf, dann ein Eimer Küchenabfälle, und darüber streue ich eine dünne Schicht Gartenerde. Wenn möglich, ist es gut, einen Vorrat an Pferdemist und klein gehackten Ästen zu haben, um davon ab und zu eine Schicht auf den Haufen zu streuen. Unser Kompost bekommt etwa alle zwei Tage einen kleinen Eimer voll mit frischen Küchenabfällen und etwa ebenso viel frische Wildkräuter. Holzstückchen, Tiermist und Gartenerde kommen etwa ein Mal pro Woche dazu. Wenn es sehr trocken ist, wird unser Kompost auch ein Mal pro Woche gegossen.

Dass eine Vielfalt an Pflanzen- und Tierleben den Boden gesund hält, ist allgemein bekannt. Dasselbe Prinzip trifft auch auf den Kompost zu. Das Erdreich gedeiht und regeneriert sich, wenn es von vielen unterschiedlichen Arten von Mikroorganismen, Pilzen, Makroorganismen und Pflanzenwurzeln ‘belebt’ ist. Wenn man sich beim Kompostieren an diese Prinzipien erinnert, dann wird aus der Komposition auf ganz natürliche Weise ein lebendiges Kunstwerk.

Fortsetzung folgt…

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