Interview mit Nick Vercauteren 1/3

Veronika Bond Interview

 

Nick auf seiner Quinta vor dem Feuer

“Meinen lieben Freunden und den Gärtnern von der Beira Grass Roots Gruppe habe ich es zu verdanken, dass ich schon sehr bald mehr Pflanzen hatte, als ich es mir jemals hätte träumen lassen.”Nick Vercauteren

Dies ist ein Interview mit Nick Vercauteren. Nick und Kim haben vor 3 Jahren eine Quinta im ‚Herzen von Portugal‘ gekauft. Ihr Land umfasst etwa 6000 Quadratmeter, und dort bauen sie Gemüse und Obstbäume an. Wie die meisten Quintas in dieser Gegend ist das Land in mehrere Terrasen unterteilt. Dort wachsen ein paar alte Olivenbäume, Weinreben und Obstbäume, die von dem ehemaligen Besitzer gepflanzt wurden.

HP — Nick, deine Quinta ist in dem Feuersturm im Oktober letzten Jahres völlig verbrannt. Das war für dich ein Riesenrückschlag, denn in den letzten drei Jahren hast du hauptsächlich auf dem Land gearbeitet. Du hast einen produktiven Gemüsegarten angebaut, einen neuen Obstgarten angelegt, und von dem Obst und Gemüse aus eigenem Anbau habt ihr euch zum Großteil ernährt. Was hast du in dem Feuer verloren?

Nick — Ich have viele Obstbäume verloren, junge Bäume, die ich selbst gepflanzt hatte und alte, die schon da waren. Viele Olivenbäume waren vollkommen verbrannt oder mussten stark zurückgeschnitten werden.

Ich habe auch alle meine Weinreben verloren, doch der größte Verlust für mich war die obere Erdschicht — wunderschöner, biologischer, fruchtbarer Mutterboden — der wurde durch die extreme Hitze des Feuer zerstört.

Nicks Quinta nach dem Feuer

HP — Was hast du gemacht, um deinen Garten wieder aufzubauen? Wo hast du angefangen?

Nick — Zunächst habe ich sauber gemacht und die ganze Verwüstung aufgeräumt: verbrannte Pfosten und Drähte zum Stützen der Weinreben mussten ersetzt werden werden, zum Glück hatte ich noch Ersatzpfosten in meiner Garage (die glücklicherweise nicht verbrannt ist), verbrannte Bäume mussten gefällt werden, die geschmolzene Bewässerungsanlage, Wasserleitungen und Behälter, mussten entsorgt werden.

Dann habe ich darüber nachgedacht, was ich diesmal anders machen wollte. Denn ich hatte praktisch eine Tabula rasa und musste ganz von vorn anfangen — alles ist ganz anders nach dem Feuer, alles ist kahl und man kann die Struktur des Landes sehr gut sehen. Als wir die Quinta gekauft haben, was das ganz anders. Die Terassen waren überwuchert und ich habe erstmal viel sauber machen müssen.

Nicks neuer Gemüsegarten mit Hügelbeeten

Nick — Nach etwas Internetrecherche habe ich mich für Hügelbeete entschieden. Hügelkulturbeete können auf vielerlei Art gebaut werden, je nachdem welches Material man hat. Ich hatte Pferdemist, Pflanzenmaterial und Bäume, die im Feuer verbrannt waren. Ich habe sogar das Gestell von meinem 1000 Liter Wassertank verwendet, der völlig zerstört war und habe zwei Hochbeete daraus gebaut.

Was ich am dringendsten brauchte, war organische Substanz. Mit meinem Freund Josh bin ich regelmäßig zu einer Quinta in der Nähe gefahren, um Pferdemist zu sammeln. Dieser konnte innerhalb von kürzester Zeit in wunderbares biologisches Substrat umgewandelt werden.

Dann habe ich auch recherchiert und überlegt, was ich dieses Jahr anbauen will, um meinen Garten so produktiv wie möglich zu machen. Und meinen lieben Freunden und den Gärtnern von der Beira Grass Roots Gruppe habe ich es zu verdanken, dass ich schon sehr bald mehr Pflanzen hatte, als ich es mir jemals hätte träumen lassen.

Fortsetzung folgt…

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